ThomasProfDer geistliche Beistand

Geboren im Stammland der Wittelsbacher als zweiter Sohn eines Wagners. In seiner Kindheit waren die Ritter des Deutschherrenordens mit ihrem strengen Regiment bestimmend in seinem Leben. Sie waren die Schutzmacht dieser Region, nachdem die Stammburg der Wittelsbacher vor mehr als 30 Jahren geschliffen wurde.

Mehrere Versuche einem anderen Beruf als den der Wagnerei nachzugehen, scheiterten an den strengen Regeln der Zünfte.

Ein eigensinniger Bäcker setzte sich jedoch über die Regeln hinweg und nahm ihn für einige Zeit in seiner Backstube auf. Dennoch bestand nicht die Möglichkeit einer echten Lehre und dem Abschluss als Geselle.

Um aus der Unfreiheit zu entfliehen suchte er sein Glück in anderen Regionen zu finden. Eine Zeit des Reisens führte den Jüngling bis ins Land der Franken. Im Schutze der geistlichen Brüder lernte er die Schrift zu lesen. Dank seiner geschickten Hände fand er neben dem Studium der Schrift immer wieder Gelegenheit mit Handwerksmeistern zu arbeiten und lernte viele verschiedene Gewerke kennen.

Als er zum Bau einer Kirche aus Bäumen gesandt wurde, um die Arbeit der Bauleute geistlich und handwerklich zu begleiten, wendete sich das Blatt in seinem Leben erneut.

Er traf auf eine Pilgerin, die sich auf dem Heimweg ihrer Pilgerreise aus St. Diago befand und sich ebenfalls beim Kirchenbau verdingt hatte.

Sein Herz verlor er an diese Frau und von dem Moment an richtete er sein Bestreben auf die Eroberung ihres Herzens.

Er belagerte sie mit allen Mitteln, die ihm bekannt waren. (Im verbotenen Teil der Bibliothek der Brüder hatte er ein "Handbuch des Schurken" entdeckt und keine Gelegenheit versäumt sich das Wissen dieses Buches zu Eigen zu machen.) Ihr Widerstand währte nicht allzu lange und als der Kirchenbau vollendet war, stand fest, dass beide nicht zurück in ihre Heimat gehen würden. Gemeinsam beschlossen sie an einem neuen Leben zu bauen, die engen Fesseln der Vergangenheit abzulegen und sich frei von gesellschaftlichen Zwängen zu bewegen.

Auf ihrer Wanderschaft begegneten sie einer Rotte fränkischer Söldner. Das handwerkliche Geschick und die Kenntnis der Schrift verschaffte ihm einiges an Ansehen in der Rotte. Im Kriegshandwerk noch ungeübt lernte er jedoch schnell den Umgang mit Pfeil und Bogen. Die Anfertigung und Ausbesserung des Rüstzeugs und die Herstellung aufwändiger Lederarbeiten vertreibt die Langeweile langer Regentage. Durch seine Wanderschaft ist er in so viele Rollen geschlüpft, hat den Namen gewechselt, so dass er vom Fussvolk nunmehr nur noch "Der geistliche Beistand" genannt wird. Im vergangenen Jahr kehrten er und seine Pilgerin noch einmal zur Kirche zurück, die sie beide mit errichteten und schlossen dort den Bund der Ehe.