Pfeilhagel 2013  069Die Pilgerin

Als älteste Tochter eines Glasbläsers aus dem Böhmerwald war sie von frühester Kindheit an das Reisen gewohnt. Mit Ihrer Familie zog sie dem Vater folgend von Glashütte zu Glashütte. Auf den waldigen Wegen lehrte ihre Mutter sie vieles über Kräuter und die Elemente. Die Erzählungen an den Feuern der Nachtlager weckten in ihr die Sehnsucht nach fremden Ländern. Als ein Pilgerzug aus Prag kommend ihren Weg kreuzte schloss sie sich diesem kurzentschlossen an. Ihre Wanderung führte sie durch ferne Lande und sie lernte in fremden Sprachen zu sprechen. Wie durch ein Wunder kam sie bis nach Compostella und besuchte das Grab des Heiligen.

Sie gelobte auch weiterhin der Kirche zu dienen. Auf ihrem Rückweg bot sich eine Gelegenheit dies Gelübde einzulösen. Sie verpflichtete sich beim Bau der Kirche aus Bäumen mit all ihrer Kraft mitzuarbeiten. Im Schutze der Burg von Pappenheim wurde sie jedoch unerwartet belagert. Unter den geistlichen Brüdern, die ebenfalls am Bau der Kirche mitwirkten, war ein handwerklich geschickter Recke. Er umwarb sie mit allerlei Schurkereien und gewann so ihr Herz.

Nach Vollendung des Kirchenbaus entschieden beide, fürderhin gemeinsam zu wandern und nicht in ihre Heimat zurückzukehren. An dem lebendigen, an der Handelsstraße von Frankfurt nach Regensburg gelegene Marktflecken an der Rednitzfurth blieben die beiden nach dem Motto „Fürth zieht nicht, Fürth hält“ hängen.

In den fränkischen Landen begegneten sie der Söldnerrotte um den Haubmo und schlossen sich ihnen an. Mit ihrem Wissen über die Kräuter und die Elemente sorgt sie mit den anderen weisen Weibsbildern für das Wohl der Truppe. Am Feuer des Lagers ist sie immer noch neugierig auf Geschichten aus fernen Landen.